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Kathrin Hartmann: Ende der Märchenstunde. Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt
Karl Blessing Verlag, München 2009, 383 S., EUR 16,95
Grün ist schick geworden. Bis zu 40% aller deutschen Konsumenten werden heute von Marktforschern einem Lebensstil-Milieu zugerechnet, das sie mit dem Etikett LOHAS bezeichnen. Diese Abkürzung steht für den „Lifestyle of health and sustainability“. Gemeint ist damit die Einstellung einer wachsenden Zahl von Verbrauchern, die glauben, mit dem Kauf von Bio-Lebensmitteln die Welt verbessern zu können. Kathrin Hartmann hat diese Konsumenten beobachtet, um die heute ein regelrechter Kult veranstaltet wird. Webcommunities, LOHAS-Magazine und die Reputationmanager der Industrie basteln an diesem Kult, der im Grunde darauf hinausläuft, politisches Denken durch Konsumidiotie zu ersetzen. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls die zornige Journalistin, nachdem sie die deutschen Bionade-Biotope zwischen Tübingen und Berlin durchreist und ein Buch darüber geschrieben hat, das unter dem Titel „Ende der Märchenstunde“ erschienen ist und Aufklärung verheißt.
Andrej Jentsch, Unternehmensgründer: Herzlichen Glückwunsch zu der differenzierten und distanzierten Kritik des Hartmann-Buches. Ich denke, damit wird gut die Waage gehalten zwischen Anregung zur Selbstkritik der grünen Bewegung und trotzdem der Überzeugung, dass der Weg LOHAS einen Beitrag zu der notwendigen ökologischen Revolution leisten kann.
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