Ist Nachhaltigkeit schneller als die Evolution? - Womit der WBGU die Regierung und Angela Merkel sicher überfordert

Wenn man dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem neuesten Gutachten folgt, dann fühlt man sich in die Rolle einer Weltregierung versetzt, die die Gesetze der Evolution außer Kraft zu setzen vermag. Die Zusammenfassung der aktuellen WBGU-Expertise über die „Welt im Wandel", die unter dem Titel „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation" ausdrücklich als Vorlage für „Entscheidungsträger" publiziert wurde, kreist um die Idee einer „Großen Transformation" unserer Industriegesellschaft und will der Welt als Ganzes einen neuen „Ordnungsrahmen" geben.

Es ist verblüffend, wie der Beirat diese - wie er selbst überzeugt ist - größte historische Umwälzung auf dem Planeten seit der industriellen Revolution als einen Akt strategisch gesteuerter „Global Governance" beschreibt. Anscheinend begreift man hier die Welt wirklich als Gestaltungsraum, der durch Beiratsempfehlungen, Maßnahmenbündel und wissenschaftliche Konstrukte im globalen Maßstab gesteuert werden kann. Von Dynamiken, Interessen, Potenzialen und Diversitäten, von Macht und Motiven, die die Welt in die verschiedensten Richtungen treiben, ist jedenfalls in dem WBGU-Papier nirgendwo die Rede. Stattdessen wird so getan, als ob unser Globus ein geordnetes Business wäre. „Die Gesellschaften müssen auf eine ‚neue Geschäftsgrundlage' gestellt werden", heißt es hier. Kritik gab es direkt von Dirk Maxeiner und indirekt von Niko Paech.


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