Wir tauschen uns gerne aus.

In der stratum lounge finden regelmäßig Lesungen, Diskussionsrunden, Netzwerktreffen und sonstige Veranstaltungen statt - zu Themen, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Informieren Sie sich hier und kommen Sie uns besuchen!



Weert Canzler & Andreas Knie: "Digitale Mobilität" – Verabschieden Sie sich von Ihrem Auto

Am 14.09.2016 um 19:00 Uhr in der stratum lounge

Im Zeitalter des Smartphones und der zunehmenden digitalen Vernetzung entstehen endlich die Voraussetzungen für nachhaltige Mobilität. Der Abschied vom privaten Auto steht bevor, ein ganz neues Mobilitätsdenken entsteht. Nicht das einzelne Verkehrsmittel ist uns wichtig, sondern die Verfügbarkeit. Die Automobilindustrie muss radikal umdenken – oder sie verschwindet.

 

Weert Canzler und Andreas Knie, zwei Berliner Wissenschaftler, analysieren in ihrem neu erschienen Buch „Die digitale Mobilitätsrevolution – Vom Ende des Verkehrs, wie wir ihn kannten“ die Vorzeichen einer Entwicklung, die zu einem neuen – nachhaltigen – Mobilitätsparadigma führen könnte.

 

Die digitale Option betrifft alle Bereiche des Verkehrs – das Auto, den ÖPNV, den Fernverkehr, die Stadt und das Land. In einer nachhaltigen Zukunft wird Mobilität wesentlich leichter – ressourcenleichter ebenso wie bedienungsfreundlicher und kundennäher. Wir beschäftigen uns dann nicht mehr mit der Frage, welches Verkehrsmittel wir verwenden, sondern wo der günstigste nächste freie „Slot“ für unsere Mobilität zur Verfügung steht.

 

In unserer Veranstaltung am 14. September stellen Ihnen Weert Canzler und Andreas Knie unsere mobile Zukunft vor und wir diskutieren die Frage, wie sich die Widerstände des alten Systems gegen die Mobilitätsrevolution überwinden lassen.
 
Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.



"Wachstum über alles?" - Ferdinand Knauß stellt den Wirtschaftsjournalismus auf den Prüfstand

Am 21.09.2016 um 19:00 Uhr in der stratum lounge

Warum gilt für viele Wirtschaftsjournalisten Wachstum immer noch als die Lösung aller Probleme? Der WirtschaftsWoche-Redakteur Ferdinand Knauß ist der Entstehungsgeschichte des Wachstumsparadigmas in der Wirtschaftspresse auf den Grund gegangen.

 

Kritik gilt zwar als vornehmste Pflicht des Journalismus. Doch wenn es um Wirtschaftspolitik geht, werden allenfalls die Mittel, aber fast nie der Zweck kritisiert: Es soll in jedem Jahr mehr erwirtschaftet werden als zuvor. Und die Politik hat die Bedingungen dafür zu schaffen, sonst gilt sie als gescheitert. Was in den Politik- und Wirtschaftsressorts wie eine ewige Selbstverständlichkeit präsentiert wird, ist tatsächlich ein Paradigma, eine historisch entstandene Konstellation bestimmter Werte und Überzeugungen. Wie und warum sich das Wachstumsparadigma im Wirtschaftsjournalismus ausbilden, festigen und bis heute halten konnte, zeigt der Historiker und Journalist Ferdinand Knauß in seinem Buch „Wachstum über alles? Wie der Journalismus zum Sprachrohr der Ökonomen wurde“.

 

Die Ursprünge der Symbiose von Ökonomen, Politikern und Wirtschaftsjournalisten – ermöglicht durch einen grundlegenden Wandel des ökonomischen Denkens – sind bis in die krisengeschüttelten 1920er Jahre zurückzuverfolgen. Der Durchbruch des  Wachstumsparadigmas in der Wirtschaftspresse erfolgte dann in den ersten drei Nachkriegsjahrzehnten, wie Ferdinand Knauß anhand einer historischen Analyse der Zeit, des Spiegel und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigt. Seine These: Dem Wirtschaftsjournalismus fehlt bis heute die kritische Distanz zur Standard-Ökonomie. Wäre sie präsent, würde schnell offenbar, dass die Voraussetzungen für die Entstehung des Wachstumsparadigmas heute längst nicht mehr gelten.

 

Knauß’ Untersuchung historischer und zeitgenössischer Artikel und zusätzliche exklusive Interviews mit renommierten Journalisten wie Roland Tichy zeigen, dass der Schlüssel zu einem kritischeren Wirtschaftsjournalismus in dessen Emanzipation von der Standard-Ökonomie liegt. Das Buch „Wachstum über alles“ schrieb er als Fellow am  Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam. Am 21. September stellt er  es Ihnen vor. Über seine Thesen diskutiert er mit IASS-Direktor Prof. Dr. Ortwin Renn sowie dem Leiter der Wirtschafts- und Finanzredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Rainer Hank. Obwohl der Frankfurter Journalist in dem Buch als positives Beispiel genannt wird, steht er Knauß‘ Thesen kritisch gegenüber: Er sagt, er teile „weder die Wachstumskritik noch die Breitseite gegen die Wirtschaftsredakteure“. Beste Voraussetzungen für eine spannende Diskussion also!
 
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Ralf Utermöhlen: „Was Unternehmer und Manager über Nachhaltigkeit wissen wollen“ … und wie man es ihnen beibringt

Am 08.11.2016 um 19 Uhr in der stratum lounge

Unternehmer und Führungskräfte müssen Meister im Delegieren sein. Deshalb kann man von ihnen nicht verlangen, dass sie über Umweltschutz und Nachhaltigkeit allzu gut Bescheid wissen. Dafür haben sie ihre Berater und Mitarbeiter – und der Rest wird durch Gesetze, Vorschriften und Behörden bestimmt.

 

Ralf Utermöhlen hat Verständnis für Manager und Macher in Unternehmen. Er ist selbst Unternehmer, seit 15 Jahren Vorstand eines Arbeitgeberverbandes und mittlerweile 10 Jahre Mitglied in einem IHK-Präsidium. Er ist für „weniger Staat und mehr Privat“ – und dennoch der festen Überzeugung: Unternehmen brauchen eine Nachhaltigkeitsstrategie in ihrem Geschäftsmodell, wenn sie ernsthaft an ihrer Zukunft interessiert sind.

 

Wie kommt er dazu? Utermöhlen ist seit 25 Jahren in Unternehmen nahezu aller Branchen und Größenordnungen unterwegs, um sie zu Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Energie- und Ressourcenmanagement zu beraten und zu auditieren. Er weiß, dass viele Unternehmen unter Nachhaltigkeit nur verstehen, geltende Vorschriften einzuhalten, sich sozial zu engagieren und einen Beitrag zum Umweltschutz auszuweisen.

 

Er weiß aber auch, wie man verantwortliche Manager und Unternehmer für eine Nachhaltigkeit interessieren kann, die mit ihrem Geschäftsmodell zu tun hat. Nämlich mit 14 Prognosen zur gesellschaftlichen Entwicklung, die das Führungspersonal elektrisieren müssten. Wie praktisch, dass Utermöhlen auch zeigen kann, mit welchen Instrumenten ein Unternehmen auf diese Trends reagieren kann, um seine Nachhaltigkeit zu beweisen.

 

Am 08. November stellt Ralf Utermöhlen Ihnen sein Buch mit dem langen Titel „Was jede Führungskraft über Green Economy und nachhaltige Entwicklung wissen sollte“ vor und erklärt, wie Manager den Zugang zur Nachhaltigkeit finden. Das ist für Führungskräfte interessant – und für alle, die Manager für Nachhaltigkeit gewinnen wollen.

 

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„Wenn das der Führer sähe…“ – Deutsche Charakterschwächen

Am 16.11.2016 um 19 Uhr in der stratum lounge

An sich ist diese Geschichte aufgearbeitet. Die des Marinerichters Hans Filbinger, späteren erfolgreichen CDU-Politikers und Ministerpräsidenten, und seines Opfers, des Marinesoldaten Walter Gröger. Letzterer war zu Kriegsbeginn 1940 mit patriotischem Eifer als 17-jähriger freiwillig zur Kriegsmarine gegangen. Das strenge und schikanöse Regime gegenüber den Matrosen zerstört aber seine Illusionen: „Was muss ich blind gewesen sein, zu glauben, in diesem Krieg eines Tages ein Held sein zu dürfen.“

 

Die Wege von Walter Gröger und Hans Filbinger kreuzen sich 1944, als ein relativ mildes Urteil gegen den Deserteur Gröger aufgehoben wird. Der Richter beantragte daraufhin die Todesstrafe wegen „charakterlicher Schwächen“ Grögers.  Am 15. März 1945 teilte der damals 31-jährige Ankläger Hans Filbinger Gröger die Ablehnung des Gnadengesuchs mit. Filbinger verkürzte anschließend ohne Not die übliche Eintagesfrist bis zur Hinrichtung auf wenige Stunden. Gröger wurde am selben Tag um 16:02 Uhr in der Festung Akershus erschossen. Filbinger war dabei anwesend und erteilte als höchster Offizier den Schießbefehl.

 

Später würde Filbinger, nachdem dessen Tätigkeit als Marinerichter von Rolf Hochhuth ruchbar gemacht worden waren, sich verteidigen: „Was damals Rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein.“ Nicht wegen dieser offenkundigen Charakterschwäche trat Filbinger 1978 als Ministerpräsident zurück, sondern weil er den Rückhalt in seiner Partei verloren hatte.

 

Jacqueline Roussety erschließt uns die Geschichte von Walter Gröger vor dem Hintergrund des Lebens seiner Familie im schlesischen Mohrau und auf der Grundlage langer Gespräche mit Grögers jüngster Schwester. Damit versucht sie erstmals die Perspektive des Opfers und seiner Familie in den Mittelpunkt zu stellen und Empathie für das Ausgeliefertsein der kleinen Leute zu erzeugen.

 

In unserer Veranstaltung am 16. November stellt die Autorin ihren Roman „Wenn das der Führer sähe…“ vor, in dem sie Teile des Romans mit historisch-wissenschaftlichen Fakten verknüpft. Es geht ihr jedoch nicht nur um Vergangenheitsbewältigung, sondern auch um die Gegenwart. Gerade heute erstarken wieder demagogische Kräfte, die an den Nationalstolz appellieren. Roussety plädiert dafür, „dass man Ängste von Menschen, seien sie real oder nur geschürt, von Anfang an ernst nehmen muss. Es nützt nichts, als Politiker sich vor laufender Kamera zu äußern, und danach wieder schick von dannen zu ziehen. Ich denke, die Politiker müssen sich vielmehr wieder unters Volk mischen und tatsächlich mitkriegen, wie die Stimmungen sind, und warum die Menschen aus Frustration Demagogen hinterher rennen, die ihnen vielleicht das Gefühl vermitteln, sie und ihre Sorgen ernst zu nehmen.“

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kampagne STADT LAND BUCH 2016 statt.
 
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