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In der stratum lounge finden regelmäßig Lesungen, Diskussionsrunden, Netzwerktreffen und sonstige Veranstaltungen statt - zu Themen, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Informieren Sie sich hier und kommen Sie uns besuchen!



Michael Kopatz: "Ökoroutine" Die Erlösung des Konsumenten

Am 22.02.2017 um 19 Uhr in der stratum lounge

Aus dem Wuppertal Institut, Deutschlands ältestem Think Tank der Nachhaltigkeit, kommt die Absage an die Aufklärung! Angesichts der ökologischen und klimatischen Auswirkungen unserer kapitalistischen Hyperkonsumgesellschaften, die inzwischen nahezu den gesamten Globus im Griff haben, erscheint es jungen Wissenschaftlern wie Michael Kopatz als aussichtslos, weiter auf die Karte des informierten und mündigen Konsumenten zu setzen. Die Rettung kann nur von staatlichen Vorgaben und Regulierungen kommen, die die Produzenten in die Pflicht nehmen, „anstatt sich in wirkungslosen Beschwörungsformeln über strategischen Konsum zu ergehen“.


Damit ist das Ende der LOHAS-Ära also offiziell besiegelt. Michael Kopatz rechnet uns für jeden unserer Konsumbereiche vor, dass und wie staatliche und wirtschaftspolitische Eingriffe so viel effektiver sind als Appelle an das Öko-Gewissen des Konsumenten. Nicht nur für die Verbraucher brächte eine von oben verordnete Öko-Routine eine immense psychische Entlastung. Auch Konzernchefs sind zu 80 % der Auffassung, dass nur strengere gesetzliche Vorgaben und Kontrollen zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsform führen.


Das von Michael Kopatz auf 400 Seiten ausgebreitete neue Nachhaltigkeits-Paradigma führt unter anderem zu „Bio für alle“, zur Einführung der „kurzen Vollzeit“ im Arbeitsleben sowie zu einer durchgreifenden Entschleunigung des Transport- und Verkehrswesens und einem Ende der verheerenden „Lebensmittelglobalisierung“.


Am 22. Februar stellt der Autor des Buches „Ökoroutine. Damit wir tun, was wir für richtig halten“ seine Vorschläge dar und stellt sie zur Diskussion.

 

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„Wie wollen wir leben“ – Werden wir von unseren Politikern vor die richtige Wahl gestellt?

Am 22.03.2017 um 19 Uhr in der stratum lounge

Die Welt ist  voller Appelle an die Verantwortung des Einzelnen für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft. „Das fängt damit an, dass ich mit dem Rad fahre. Ich kaufe ausschließlich regional, meine Butter kommt aus Schleswig-Holstein, meine Äpfel nicht aus Australien, sondern aus dem Alten Land“ – so, will uns z.B. Ulrich Wickert weismachen, sähe ein Lebensstil aus, der was bewirke, wenn „plötzlich Zehntausende so denken“. [Beilage DIE WELT, 23.03.2016, „Wie wollen wir leben?“] Ist es so einfach?

 

Joachim D. Weber ist aus derselben Generation wie Ulrich Wickert und er kommt ebenso aus dem gehobenen bildungsbürgerlichen Milieu. Aber der frühere Justitiar der Hochschulrektorenkonferenz, Honorarprofessor des Baltic College in Schwerin und Anwalt am Landgericht Bonn kommt zu einem ganz anderen Schluss: Bei allen Appellen an das Individuum und dessen nachhaltiges Alltagsverhalten liege die Verantwortung für unsere nachhaltige Zukunft woanders. Nämlich bei der Politik. Wenn sich ein kleiner Teil der Gesellschaft vom ökologischen Ballast befreit – „Nicht-Shoppen, Nicht-Fliegen, Bio-Essen“ -, sei das individuell bedeutsam, ändere aber wenig am System.

 

In seinem Statement zur Frage „Wie wollen wir leben?“ stellt der Jurist die Forderung, dass das Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell der Nachhaltigkeit gesetzlich abgesichert werden müsse. Das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967, dessen Denkweise immer noch die Wirtschaftspolitik bestimmt, sei zu ersetzen durch ein Gesetz zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens. Aus Freihandelsabkommen müssten Fairtrade-Abkommen werden. Und die Steuererklärungen sollten durch Emissionserklärungen ergänzt werden.

 

Damit demokratische Regierungen nicht weiter dem gesellschaftlichen Wandel nur hinterher laufen, sondern ihn vorantreiben, fordert Weber die Parteien dazu auf, die Frage unserer Lebensweise zum Zentrum der Wählerentscheidung zu machen. Erst dann hätten wir wieder eine echte Wahl. „Brauchen wir dazu etwa eine neue Partei?“, fragt er. Die Partei, die nach Webers Ansicht Nachhaltigkeit wirklich voranbrächte, würde sich u.a. dafür einsetzen, den Nahverkehr zum Nulltarif einzuführen, Asylbewerbern Wahlfreiheit über ihren Wohnort in Europa zu geben, die Parlamente zu verkleinern und dafür die Abgeordneten besser zu bezahlen.

 

Am 22. März stellt Joachim Weber die Eckwerte einer nachhaltigen Politik aus seiner Sicht dar und wir diskutieren sie mit Ihnen. Wir werden auch versuchen, die Nachhaltigkeitsexperten der Parteien dazu einzuladen.

 

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