Wir tauschen uns gerne aus.

In der stratum lounge finden regelmäßig Lesungen, Diskussionsrunden, Netzwerktreffen und sonstige Veranstaltungen statt - zu Themen, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Informieren Sie sich hier und kommen Sie uns besuchen!

Ein Archiv vergangener Lesungen finden Sie hier.



Containern… zwischen Spaßfaktor und politischer Guerilla-Aktion

Am 22.10.2019 um 19 Uhr in der stratum lounge

Lebensmittel-„Retter“ kleiden sich unauffällig, verabreden sich gemeinsam in kleinen Gruppen, gehen bei Dunkelheit nach Geschäftsschluss der Supermärkte los, nehmen nur so viel mit, wie sie selbst verarbeiten können, und feiern ihre Aktion mit einem anschließenden gemeinsamen Kochen beim „Containerabend“.


Dieses Klischeebild der Mülltaucher-Szene wollte der junge Agrarsoziologe Benedikt Jahnke wissenschaftlich unter die Lupe nehmen. In einer empirischen Studie, aus der auch seine Doktorarbeit entstand, hat er sowohl qualitative wie auch quantitative Daten über die Szene erhoben und ausgewertet. Die Ergebnisse werfen ein differenziertes Bild auf die Container-Szene, die Teil der aus den USA stammenden Freeganismus-Bewegung ist. Frauen verhalten sich beim Containern zum Beispiel anders als Männer und stark politisch motivierte Mülltaucher operieren eher als Einzelgänger.


Benedikt Jahnke beschäftigt sich in seinem Buch „Mülltauchen für eine bessere Welt“ auch mit der Frage, welche Zukunft das Containern hat. Wird es legalisiert werden oder ersetzen digital gepowerte Foodsharing-Konzepte in Zukunft die Romantik des nächtlichen Lebensmittelrettens hinter Supermarktzäunen?

 

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Das globale Wir. Warum die Rettung der Welt im Trend liegt.

Am 28.11.2019 um 19 Uhr in der stratum lounge

Die Welt ist in den letzten Jahrzehnten der Globalisierung immer reicher geworden. Gleichzeitig vergrößern sich Ungleichheit und das Risiko, Ökosysteme zu übernutzen und das Klima aus dem Tritt zu bringen. Ist das eine der Preis des anderen?


Der Zukunftsforscher Peter Spiegel anerkennt, dass gruppenegoistisches Denken, neue Nationalismen und die fatale „Nichtglobalisierung der Politik“ derzeit einen starken negativen Einfluss auf die Entwicklung unseres Planeten haben. Dennoch ist er Optimist, weil er einen starken Trend zu kollaborativen Verhaltensweisen ausmacht.


Der leichte Zugang zu Wissen, den das Internet ermöglicht, die digital erweiterten Chancen der Vernetzung und der Überwindung kultureller Grenzen, der Abbau von Hierarchien in der Wirtschaft zugunsten von Netzwerk-Strukturen und agilem Projektmanagement und die vielen erfolgreichen Projekte von Social Entrepreneurship weltweit markieren für Spiegel einen Megatrend, der die Welt zu einem nachhaltig besseren Ort machen kann.


Allerdings stellt sich die Frage, ob in unserer Zeit tatsächlich ein evolutionäres Fenster aufgeht, das diese Chancen weltpolitisch nutzbar macht und es uns als Individuen ermöglicht, aus dem beherrschenden Angstmodus herauszutreten und die Gestaltungsoptionen zu nutzen.


In seinem neuen Buch „WeQ Economy“ versucht Peter Spiegel auf diese Fragen Antworten zu finden.
 

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Bits oder Bäume – Wie nachhaltig ist die Digitalisierung?

Am 15.01.2020 um 19 Uhr in der stratum lounge

Wird die Welt wirklich besser durch Internet, Smartphones und Netze? Demokratisierung des Wissens, neue soziale Netze, ein Boost für die Sharing Economy und smarte Lösungen für nahezu alle Lebensbereiche… die Digitalisierung gilt als der Treiber für die große Transformation unserer Gesellschaft. Aber wird die Welt dadurch auch nachhaltiger?


Auf einer ersten großen Konferenz trafen sich „Techies“ und „Ökos“ , um den digitalen Mythos auf seine Schwachstellen abzuklopfen und Schnittmengen eines gemeinsamen Engagements für mehr Nachhaltigkeit zu finden.


Das Janusgesicht der Digitalisierung zeigt sich in jedem ihrer Anwendungsbereiche:

  • Software ist immateriell, aber 10 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs entfallen heute bereits auf alle mit dem Internet vernetzten Geräte und Rechenzentren
  • Smarte Anwendungen unterstützen im vernetzten Haus die Energieeffizienz, aber die permanente Vernetzung der Geräte, der Einsatz der Sprachsteuerung und die Komponentenbauweise der Systeme erhöhen ihrerseits den Ressourcenverbrauch
  • Die Plattformisierung verspricht Markttransparenz und Einsparung von Ressourcen, es zeigt sich aber, dass vor allem additiver Konsum und erhöhter Ressourcenverbrauch durch hohe Retourenquoten erzeugt wird
  • „Smart Mobility“ führt anscheinend auch nicht zu weniger Autos in der Stadt, sondern eher zu einer noch effektiveren Nutzung des öffentlichen Raums für motorisierten Verkehr.

Angesichts dieser Entwicklungen gibt es in der digitalen Szene inzwischen eine Reihe von Initiativen, um den Beitrag der Digitalisierung zu mehr Nachhaltigkeit zu verbessern. Software-Code z.B. kann durchaus mehr oder weniger daten- und energiesparend programmiert werden und der Kommerzialisierung von Plattformen und Netzen lassen sich intelligente Konzepte entgegensetzen.


Die Sozialwissenschaftlerin Anja Höfner hat gemeinsam mit ihrer Fachkollegin Vivian Frick die Dokumentation der „Bits & Bäume“-Konferenz 2018 herausgegeben. Beide werden über den Stand der aktuellen Auseinandersetzung um eine nachhaltige Digitalisierung berichten.
 

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