Wir tauschen uns gerne aus.

In der stratum lounge finden regelmäßig Lesungen, Diskussionsrunden, Netzwerktreffen und sonstige Veranstaltungen statt - zu Themen, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Informieren Sie sich hier und kommen Sie uns besuchen!

Ein Archiv vergangener Lesungen finden Sie hier.



Neue schöne Post-Corona-Welt – Utopia 2048

Am 13.07.2020 um 19 Uhr in der stratum lounge

„Es gibt viele zu viele Dystopien und zu wenige Utopien“, stellt Lino Zeddies fest. Der Ökonom, Organisationsberater und Reiseblogger hat deshalb ein Buch geschrieben, das zwischen Roman und Sachbuch angesiedelt ist.


In „Utopia 2048“ beschreibt er eine Welt, die auch durch die Corona-Krise einen entscheidenden Anstoß für positive Veränderungen erhalten hat. Die Geschichte begleitet zwei junge Menschen, an denen die Corona-Zeit vorbeigegangen ist, weil sie im Komaschlaf lagen und erst 2048 wieder aufgeweckt wurden. In ihren Augen führt uns Lino Zeddies durch eine denkbare Realität des Jahres 2048, in der die Welt auch die Klimakrise überwunden hat und auf dem Weg in eine neue, nachhaltige Balance ist.

 

Diese utopische Welt ist dabei alles andere als ein reines Wunschbild. Lino Zeddies versucht, der Utopie auch reale Züge abzugewinnen. So herrscht in seiner Welt des Jahres 2048 in China eine Art Ökofaschismus und ist die Energieversorgung nicht einfach auf Sonne und Wind umgestellt, sondern kommt nicht ohne Verbrauchseinschränkungen und den Durchbruch bei der Kernfusion aus.


Lassen Sie sich von Lino Zeddies in eine konkrete Utopie der Nachhaltigkeit entführen und bauen Sie gemeinsam weiter an einem positiven Narrativ unserer Zukunft.
 

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Caring Men – Wie fürsorgliche Männlichkeit die Welt transformieren könnte

Am 08.09.2020 um 19 Uhr in der stratum lounge

Wie kommt es eigentlich, dass heute immer noch der „Androzentrismus“ unsere Gesellschaft beherrscht, der dafür verantwortlich ist, dass fürsorgliches Verhalten und soziale Reproduktion (= Kindererziehung) normativ den Frauen zugeordnet wird und Männer sich als Berufs- und Machtmenschen verwirklichen?


Sylka Scholz und Andreas Heilmann haben in einem mehrjährigen Arbeits- und Diskussionsprozess Wissenschaftler/innen dazu befragt und sind Entwicklungstendenzen auf den Grund gegangen, die möglicherweise ein neues – fürsorgliches – Paradigma der Männlichkeit hervorbringen.


Dabei konnten sie allerdings nicht umhin, anzuerkennen, dass gesellschaftliche Verhältnisse und die „Subjektivierungsweisen“ von Männern eng zusammenhängen. Sie stellen fest, dass es „eine enge Verknüpfung von Männlichkeit und kapitalistischer Wachstumslogik gibt“. Im Umkehrschluss sei daraus allerdings auch die „konkrete Utopie“ abzuleiten, dass neue Männlichkeit im Sinne von „Caring Masculinities“ einen Systemwandel vorantreiben könnte.


Die Tatsache, dass heute mehr Männer als noch vor 20, 30 Jahren ihre berufszentrierte Lebensweise einschränken, um sich stärker der „Lebenssorge“ zu widmen, reiche allein jedoch noch nicht aus, um sich große Hoffnungen auf eine gesellschaftliche Transformation zu machen. Scholz und Heilmann befürchten, dass die derzeit gesellschaftspolitisch unterstützte Beteiligung von Vätern an der Familienarbeit neoliberal funktionalisiert werden könnte: „Väter sollen sich an der Familienarbeit beteiligen, damit Mütter dem Arbeitsmarkt möglichst umfassend zur Verfügung stehen können.“


Diskutieren Sie mit Sylka Scholz und Andreas Heilmann über den Stand der Männlichkeitsforschung und die Chance, durch einen erweiterten Begriff von Care/Caring/Fürsorge neue Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens zu begründen.

 

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Jenseits des grünen Wachstums – Die Stadt der Zukunft ist holistisch

Am 24.09.2020 um 19 Uhr in der stratum lounge

Die Zukunft unseres Planeten entscheidet sich in den Städten. Hier wird sich auch zeigen, wie wir die Anpassung an den Klimawandel schaffen und ob unser Lebensstil nachhaltiger wird.

 

Das sollte uns jedoch nicht zu dem Schluss verleiten, dass die Konzepte für ein „grünes“ Stadtwachstum ausreichen, lebenswerte Stadtgesellschaften zu entwickeln. Diese Konzepte führen derzeit eher zur Auseinanderentwicklung von sozialen und ökologischen Planungen und einem zunehmenden Wertekonflikt zwischen ökologischer und sozialer Stadtentwicklung, wie uns Stadtforscher mitteilen.

 

An der Bauhaus-Universität in Weimar fand letztes Jahr eine Konferenz mit dem Auftrag statt, Wege aus diesem Dilemma zu suchen. Wie könnte eine „holistische Stadtplanung“ aussehen, die von vornherein die Ökologisierung der Mittelschichten-Stadtteile auf Kosten der Hartz 4-Empfänger-Wohngegenden vermeidet?

 

Anton Brokow-Loga wird den Sammelband der wissenschaftlichen Beiträge der Weimarer Konferenz vorstellen, den er unter dem Titel “Postwachstumsstadt“ zusammen  mit Frank Eckardt herausgegeben hat. Diskutieren Sie mit ihm darüber, ob es eine Stadtpolitik jenseits des Wachstumszwangs geben kann und welche Formen der gesellschaftlichen Kommunikation zwischen den verschiedenen sozialen Gruppen einer Stadt zu einer neuen, nachhaltigen „Soziabilität“ führen.

 

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Der große grüne Schutzwall – Ein „Think Big“-Konzept für den Planeten

Am 30.09.2020 um 19 Uhr in der stratum lounge

Dass mit dem Pflanzen von Bäumen in großem Stil der Klimawandel aufgehalten werden könne, verkündeten jüngst Wissenschaftler der ETH Zürich. Natürlich gab es postwendend Kritik an dieser Studie. An den falschen Orten aufzuforsten, könne sogar negative Effekte haben.


Schade, dass damit die öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber dem Thema schon wieder verflogen scheint. Denn tatsächlich beschäftigen sich Fachleute mit großen Konzepten, durch Aufforstung und insbesondere Steppenbegrünung nicht nur gigantische Kohlendioxid-Senken zu schaffen, sondern die Wüstenbildung und Degradation von Böden zurückzudrängen.


In Afrika und in China laufen schon seit längerem große Praxisversuche, die in der Fachwelt als „Great Green Wall“ (GGW) bezeichnet werden. China arbeitet seit 40 Jahren daran, am Ende vier Millionen Quadratkilometer Wald auf einer Breite von 4500 Kilometern zu pflanzen, um das Vordringen der Wüste Gobi aufzuhalten. In der Sahelzone sind 65000 Flächenstandorte untersucht worden, um ein 166 Millionen Hektar großes „grünes Netzwerk“ zwischen der afrikanischen Ost- und Westküste entstehen zu lassen. Der Biologe Lorenz Hübner ist überzeugt, dass ein solches Netzwerk „mittel- (Jahrzehnte) und langfristig (Jahrhunderte) eine erhebliche großklimatische Stabilisierung“ auf dem afrikanischen Kontinent bewirken kann.


Hübner beschäftigt sich seit langem mit den „Great Green Walls“. In seinem Buch „Der grüne Rettungsring“ erläutert er die Hintergründe und diskutiert die bisherigen praktischen Erfahrungen ebenso wie weitreichende Modellstudien.


In einer Zeit, in der wir schnelle und kurzfristigste Lösungen bevorzugen und glauben, das Schicksal des Planeten entscheide sich bereits bis zum jeweils nächsten ausgerufenen point of no return, sind die „Think Big“-Perspektiven der GGW, die Lorenz Hübner uns nahebringt, eine vielleicht auch psychohygienische Intervention. Wobei hinzugesagt werden muss, dass die Langfristperspektive der GGW-Projekte nicht bedeutet, dass nicht auch hier für alle von uns praktische Unterstützungs- und Handlungsmöglichkeiten bestehen. Lorenz Hübner wird am 30. September auch darauf eingehen.
 

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Große Transformation & kleine Schritte - Nutzen wir die windows of opportunity?

Am 06.10.2020 um 19 Uhr in der stratum lounge

Nachhaltigkeit als globaler Wohlstand in den ökologischen Grenzen des Erdsystems für die heute lebenden und die künftigen Generationen ist eine Vision, über die ein großer Konsens in unserer Gesellschaft bestehen dürfte. Dissens und Ratlosigkeit hingegen betreffen nicht dieses Was, sondern das Wie der „großen Transformation“, die uns der Vision näher bringen soll. Und hierbei geht es u.a. um die Frage, ob wir die windows of opportunity zu nutzen verstehen, die es erlauben würden, unserem komplexen gesellschaftlichen System eine andere Richtung zu geben.


Kora Kristof hat sich bereits in ihrer Habilitation 2006 mit den Fragen der Transformationsfähigkeit unserer Welt auseinandergesetzt. Die heutige Abteilungsleiterin im Umweltbundesamt greift mit ihrem neuen Buch „Wie Transformation gelingt“ dieses große Thema wieder auf und legt eine systematische Analyse der Erfolgsfaktoren einer nachhaltigen gesellschaftlichen Transformation vor.


Wesentliche Erkenntnisse aus dieser Analyse betreffen die sehr begrenzte Steuerbarkeit und Planbarkeit von Veränderungen und den Nutzen, den ein „Navigationsmodell“ für Change Agents der Nachhaltigkeit hat. Dabei geht es u.a. um die Frage, wie „Gelegenheitsfenster“ entdeckt und genutzt werden. Kora Kristof stellt fest, dass „die Akteure sie frühzeitig erkennen und auf sie vorbereitet sein müssen, denn sie schließen sich manchmal so schnell wieder, dass nicht genug Zeit bleibt, um erst dann Ideen und Lösungsvorschläge zu entwickeln“. Die Corona-Krise ist ein solches Fenster und die spannende Frage ist, ob wir es nutzen.


Diskutieren Sie mit Kora Kristof über das Wie der Transformation und erfahren Sie, welche Empfehlungen die Veränderungsexpertin den Akteuren der Nachhaltigkeit noch mit auf den Weg geben möchte.

 

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Globalisierung – die große Perspektive

Am 03.11.2020 um 19 Uhr in der stratum lounge

Seit Beginn der neunziger Jahre hat sich „Globalisierung“ zu einem allgegenwärtigen Begriff herausgebildet. Für die einen bedeutet Globalisierung den Inbegriff der Ausbeutung der Welt im planetaren Maßstab, für die anderen ist sie ein zivilisatorischer Meilenstein hin zu einer vernetzten, vielfältigen und reicheren Welt.


Der Ethnologe und Kulturanthropologe Rüdiger Vossen hat sich mit seinem 400 Seiten starken Überblick über die Geschichte der Globalisierung die Aufgabe gestellt, eine vorläufige Bilanz dieses Prozesses zu ziehen, die die Gewinne und Verluste verzeichnet und sich nicht nur auf die ökonomische und wirtschaftspolitische Dimension beschränkt, sondern kulturelle, soziale und psychologische Aspekte einbezieht.


Er zeichnet die große Linie der Globalisierung nach, die als „Globalisierung zu Fuß“ bereits mit der Stammesgeschichte des Menschen beginnt, über die „Weltreiche“ der Antike hin zur ersten „heißen Phase“ im 15. Jahrhundert reicht, als die Verbreitung des Buchdrucks und die Zeit der globalen Entdeckungen begann. Die Entwicklung, in der wir uns heute befinden, setzte diese Globalisierungstendenz durch Imperialismus, Digitalisierung, Massenkonsum und Massenmobilität fort.


Am Ende des Buches fällt die Bilanz des Autors eher beunruhigend aus, zu sehr scheinen die Fehlentwicklungen zu überwiegen. Dennoch versucht er eine positive Vision der Fortsetzung der Geschichte der Globalisierung zu skizzieren. Diskutieren Sie mit ihm über die Frage, warum wir heute vor einem Menschheitsprojekt stehen und welche Kräfte es dafür braucht, die Entwicklung zu beeinflussen.

 

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Es gibt ein Genug – Warum Reichtum nicht die Welt zerstören muss

Am 18.11.2020 um 19 Uhr in der stratum lounge

Schon vor über 40.000 Jahren konnten die Menschen mit Feuer umgehen. Da wundert es einen schon, dass der technologische Fortschritt nicht schon viel früher eingesetzt hat und schneller vorangeschritten ist. „Was haben die Menschen denn die ganze Zeit gemacht?“, zitiert der Ethnologe Dieter Kramer seine Frau. Tatsächlich waren die Menschen dieser „Vorzeit“ uns darin überlegen, einen nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln. Sie zeigen uns, dass auch große menschliche Gemeinschaften mit Wohlstand und Fülle des Reichtums dauerhaft umgehen konnten, ohne zerstörerisch zu wirken. In den teilsesshaften Wohlstandsgesellschaften des Neolithikums gab es keinen Zwang zum ständigen Fortschritt. Sie hatten offenbar ein Problem gelöst, vor dem wir heute stehen.


Unter weitreichender historischer Perspektive beleuchtet Dieter Kramer in seinem Buch „Es gibt ein Genug“ die Entwicklung menschlicher Gesellschaften und das Entstehen und Verschwinden der Kulturen. Diese Perspektive lehrt uns, dass es unstatthaft ist, frühere Geschichtsphasen nur als vormoderne Stufen auf dem Weg zur heutigen Moderne zu interpretieren. Andere Kulturen und Phasen der Geschichte hatten bereits Lösungen für die Nachhaltigkeit gefunden – in der Bronzezeit ebenso wie in der Renaissance. Kramer zeigt auf, was wir daraus für den Übergang zur Postwachstumsgesellschaft lernen könnten, vor dem wir heute stehen.


Dabei spielt der „informelle Sektor“ in den Volkwirtschaften eine große Rolle. Er ist bedeutsamer als die heutige Wirtschaftspolitik annimmt, für die es fast ein Tabu darstellt, dass Menschen freiwillig in diesem Sektor bleiben und ihn nicht nur als Warteschleife für den formellen Sektor betrachten.


Am 18. November präsentiert Dieter Kramer sein „unkonventionelles“ Buch, das einen neuen Blick auf die aktuelle Postwachstumsdebatte wirft und eher undramatisch in den Suchbewegungen, experimentellen Pfaden und molekularen Wandlungen unserer heutigen Gesellschaft die Vorboten eines neuen nachhaltigen Zeitalters aufspürt.

 

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