Wir tauschen uns gerne aus.

In der stratum lounge finden regelmäßig Lesungen, Diskussionsrunden, Netzwerktreffen und sonstige Veranstaltungen statt - zu Themen, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Informieren Sie sich hier und kommen Sie uns besuchen!

Ein Archiv vergangener Lesungen finden Sie hier.



Dorf 2.0 – Minifarmen sind die neue Alternative zur Stadt

Am 14.02.2018 um 19 Uhr in der stratum lounge

„Ländliche Regionen können ohne Stadt auskommen, aber eine verdichtete Stadt nicht ohne das Umland“ – für Ralf Otterpohl ist das eine Erkenntnis, die ihn dazu gebracht hat, das Leben auf dem Land neu zu erfinden. Mit dem Konzept des „Neuen Dorfes“ hat der Professor für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz an der TU Hamburg jetzt ein vielfältig begründetes Plädoyer für eine neue Lebensform vorgelegt, die sowohl für „Stadtflüchtlinge“ als auch für sich entleerende und verarmende ländliche Regionen attraktiv ist.


Das Neue Dorf besteht aus zahlreichen „Minifarmen“, was bedeutet: Statt einer Familie, die vorher 100 Hektar bewirtschaftete, können jetzt 100 Einzelpersonen, Familien oder WGs Minifarmen mit je ca. einem Hektar betreiben.


Otterpohl kann nachweisen, dass auf kleinen Flächen, die schonend bewirtschaftet werden, höchste Erträge erzielt werden, und gleichzeitig langfristiger Humusaufbau stattfindet. Hingegen zerstört die großflächige agrochemische Landwirtschaft, in der auch noch intensiv gepflügt wird, die Fruchtbarkeit der Böden.


Aber es sind nicht nur die Bedenken des Bodenkundlers und Wasserwirtschaftlers, die Ralf Otterpohls Modell als Zukunftskonzept empfehlen. Seine Minifarm-Gemeinschaften und „Gartenringe“ rund um de städtischen Agglomerate haben vor allem auch enorme soziale Vorteile. In seinem Buch belegt er ausführlich, wie uns die Lokalwirtschaft des Neuen Dorfes aus der Abhängigkeit von globalen Produkten und Arbeitsmärkten befreit, die Work-Life-Balance verbessert und die Ressourcen der älteren Generation nutzbar macht.


Am 14. Februar stellt uns Ralf Otterpohl das Neue Dorf vor und begründet, warum es ihn vom Ökorebellen zum Optimisten hat werden lassen.
  

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Salamitaktik für Nachhaltigkeit – Die bessere Nachhaltigkeitsstrategie jenseits von Kapitalismuskritik und Postwachstums-Phantasien

Am 28.02.2018 um 19 Uhr in der stratum lounge

Ein Ende des folgenlosen Dauertalks über Nachhaltigkeit möchte der Leipziger Rechts- und Sozialphilosoph Felix Ekardt herbeiführen. Um den klimaschädlichen, umweltzerstörerischen und sozialschädlichen Wachstumshype unserer Zeit als „kurzen Moment“ der Weltgeschichte ad acta legen zu können, brauche es einen neuen Schlüssel zum gesellschaftlichen und persönlichen Wandel.


Ekardts Kritik in seinem Buch „Wir können uns ändern“ betrifft den beschränkten Blick, den wir bisher auf das Nachhaltigkeitsproblem werfen. Jeder bisherige Erklärungs- und Veränderungsansatz bleibt innerhalb der Perspektiven seiner wissenschaftlichen Weltsicht. Deshalb tragen Ökonomen, Ethnologen, Hirnforscher, Genforscher und Kulturwissenschaftler, Psychologen und Soziologen zwar viel zum Verständnis menschlichen und gesellschaftlichen Handelns bei. Aber daraus entstehen, so Ekardt, nur einseitige Aussagen über einen möglichen Wandel der Gesellschaft, die für sich genommen alle zu kurz greifen. Deshalb helfe und die tausendste Kapitalismuskritik ebenso wenig wie die x-te Befragung zum Konsumverhalten. Eine Zusammensicht muss her!


Ekardt versucht in seinem Buch die wesentlichen Stellschrauben des Wandels im Dreiklang von Eigennutzverhalten, Normalitätsvorstellungen und Emotionalität des Menschen zu finden und mit der politischen Handlungsebene zu verbinden. Die Formel, die er dafür findet, kürzt er ab als „Salamitaktik statt Revolution“.


Am 28. Februar erläutert uns Ekardt diese Formel detailliert und stellt sich der Diskussion.
  

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Schmutzige Wäsche – Was tun Konsumenten wirklich für ethisch saubere Textilien?

Am 15.03.2018 um 19 Uhr in der stratum lounge

Die Textilindustrie gehört weltweit zu den größten Branchen – und zu den „schmutzigsten“. Über 90 Millionen Tonnen Textilfasern werden jährlich produziert. Der Umsatz im deutschen Einzelhandel für Textilien und Bekleidung lag in Deutschland 2016 bei 64 Milliarden Euro. Die Schattenseiten sind ebenfalls immens: angefangen vom Pestizideinsatz beim Baumwollanbau bis hin zu katastrophalen Arbeitsbedingungen in asiatischen Textilfabriken, Kinderarbeit und Ausbeutung von Flüchtlingen zum Beispiel in der Türkei. Erst im Juni dieses Jahres drohte der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller der Textilbranche Sanktionen an, wenn sie nicht für faire Arbeitsbedingungen sorgen. Müller war es auch, der 2014 das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ ins Leben rief. Mehr als die Hälfte der Firmen und Verbände, die Müller für seinen Pakt damals gewinnen wollten, hatten es abgelehnt, sich dem Bündnis anzuschließen. Sie begründeten dies damit, dass sie nicht jeden Produktionsschritt bei ihren Lieferanten und Subunternehmern im Ausland komplett überwachen könnten. Dennoch gibt es einige Unternehmen und Modemarken, die sich für „saubere Wäsche“ einsetzen und Textilsiegel verwenden, die für umweltschonende und faire Produktion stehen.

Aber honorieren die Verbraucher ein Engagement der Textilproduzenten überhaupt? Nicole Franken hat in einer Studie 500 Frauen befragt und Interviews mit einem halben Dutzend Experten geführt, darunter dem „Trigema“-Chef Wolfgang Grupp.

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Zu einem großen Teil scheinen die Antworten der Textilkonsumentinnen von sozialer Erwünschtheit geprägt. Bekenntnisse zur Nachhaltigkeit auf dem Fragebogen scheinen mit dem realen Wissen über nachhaltige Bekleidung und mit dem Kaufverhalten nicht allzu viel zu tun zu haben. Die Bemühungen der Textilindustrie, ihre „Corporate Responsibility“ (CR) unter Beweis zu stellen, fallen offenbar bei den Konsumenten auf wenig fruchtbaren Boden. Verglichen mit den Einschätzungen der interviewten Experten ergeben sich diskussionswürdige Unterschiede bei der Frage, wie sehr sich die CR-Kommunikation der Unternehmen auf altruistische Motive bei den Konsumenten stützen kann.
  

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