Wir tauschen uns gerne aus.

In der stratum lounge finden regelmäßig Lesungen, Diskussionsrunden, Netzwerktreffen und sonstige Veranstaltungen statt - zu Themen, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Informieren Sie sich hier und kommen Sie uns besuchen!

Ein Archiv vergangener Lesungen finden Sie hier.



Globalisierung – die große Perspektive

Am 28.10.2021 um 19 Uhr in der stratum lounge

Seit Beginn der neunziger Jahre hat sich „Globalisierung“ zu einem allgegenwärtigen Begriff herausgebildet. Für die einen bedeutet Globalisierung den Inbegriff der Ausbeutung der Welt im planetaren Maßstab, für die anderen ist sie ein zivilisatorischer Meilenstein hin zu einer vernetzten, vielfältigen und reicheren Welt.


Der Ethnologe und Kulturanthropologe Rüdiger Vossen hat sich mit seinem 400 Seiten starken Überblick über die Geschichte der Globalisierung die Aufgabe gestellt, eine vorläufige Bilanz dieses Prozesses zu ziehen, die die Gewinne und Verluste verzeichnet und sich nicht nur auf die ökonomische und wirtschaftspolitische Dimension beschränkt, sondern kulturelle, soziale und psychologische Aspekte einbezieht.


Er zeichnet die große Linie der Globalisierung nach, die als „Globalisierung zu Fuß“ bereits mit der Stammesgeschichte des Menschen beginnt, über die „Weltreiche“ der Antike hin zur ersten „heißen Phase“ im 15. Jahrhundert reicht, als die Verbreitung des Buchdrucks und die Zeit der globalen Entdeckungen begann. Die Entwicklung, in der wir uns heute befinden, setzte diese Globalisierungstendenz durch Imperialismus, Digitalisierung, Massenkonsum und Massenmobilität fort.


Am Ende des Buches fällt die Bilanz des Autors eher beunruhigend aus, zu sehr scheinen die Fehlentwicklungen zu überwiegen. Dennoch versucht er eine positive Vision der Fortsetzung der Geschichte der Globalisierung zu skizzieren. Diskutieren Sie mit ihm über die Frage, warum wir heute vor einem Menschheitsprojekt stehen und welche Kräfte es dafür braucht, die Entwicklung zu beeinflussen.

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.



Eine neue Welt nach Corona – Lehren aus der Krise

Am 16.11.2021 um 19 Uhr in der stratum lounge

Schwingt die Welt nach dem absehbaren Ende der Covid-Pandemie zurück in ihren alten Takt? Oder besteht die Chance, die Krisenerfahrungen so zu verarbeiten, dass daraus eine resilientere, nachhaltigere, sozialere Gesellschaft wird?

 

Der frühere Manager und heutige Kommunalpolitiker Ralf Roschlau setzt sich in seinem neuen Buch mit den Veränderungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den Pandemiejahren auseinander. Detailreich beschreibt er die Entstehung der Pandemie und die Reaktionen und Bewältigungsversuche auf allen Ebenen unseres Lebens. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass neben den vielen Fehlern, die gemacht wurden, auch Ansätze für den gesellschaftlichen Fortschritt, die Korrektur von Fehlentwicklungen und neue Perspektiven einer besseren Welt entstanden sind, die wir nutzen könnten.

 

Roschlau skizziert ein „resilientes Gesellschaftssystem“, das die „Herdenangst“ überwunden hat, mit der wir zunächst auf die Bedrohung der Pandemie reagiert haben. Dieses System „nährt sich nicht von Angst, Panik und Unsicherheit, von Unwissen, Verschwörungstheorien oder medialer Beeinflussung. Persönliche und staatliche Egoismen stehen hier ganz weit hinten. Das System reagiert mit Solidarität statt mit Gleichgültigkeit.“

 

Diskutieren Sie mit Ralf Roschlau über die möglichen Lehren aus einer Pandemie, von der der Autor behauptet, dass sie vermeidbar gewesen wäre – und wie sie beim nächsten Mal wirklich vermieden werden kann.

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.



Grünes Geld für alle – Was jede/r über nachhaltiges Investieren wissen muss

Am 25.11.2021 um 19 Uhr in der stratum lounge

Nachhaltigkeit wird immer mehr zur Richtschnur unseres Umgangs mit Geld. Um den Klimaschutz voranzubringen, setzt die Europäische Union derzeit eine Strategie für ein nachhaltiges Finanzsystem um, das aus dem seit längerem bestehenden Trend zum „grünen Geld“ einen Systemwechsel machen wird

 

Die Düsseldorfer Fachberaterin für Nachhaltiges Investment Jennifer Brockerhoff erkennt in dieser Entwicklung nicht nur Herausforderungen für bisherige konventionelle Anlagestrategien institutioneller Anleger, sondern auch Chancen für Privatanleger. Also für alle, die zugleich mit der eigenen finanziellen Absicherung und Vorsorge etwas für den Wandel zu einem nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystem tun möchten. Für diese Zielgruppe hat sie jetzt den Ratgeber „Grüne Finanzen. Von Altersvorsorge bis Geldanlage" geschrieben.

 

Dabei geht sie systematisch und auch für Einsteiger nachvollziehbar vor, indem sie rät, nicht einfach z.B. „nach einem spannenden Vortrag oder einem engagierten Beratungsgespräch in Bauminvestments, Direktbeteiligungen in Mikrokrediten oder Direktbeteiligungen an erneuerbaren Energien“ zu investieren. Sondern sich erst einmal mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Anlageklassen auseinanderzusetzen – „damit nicht die Glückshormone allein die Entscheidung treffen“. 

 

Brockerhoff erläutert allgemeinverständlich nicht nur die verschiedenen Anlageoptionen und was daran nachhaltig sein kann, sondern geht auch auf die grundsätzlichen strategischen Fragen ein, vor denen Privatanleger stehen. Richtig oder falsch ist dabei nicht nur eine Frage des Wissens über Finanzmärkte und Anlageprodukte. „Sich der eigenen Glaubenssätze zum Thema Geld bewusst zu werden, ist ein essenzieller Bestandteil der Finanzbildung“, stellt die Autorin fest. Und auch die eigenen Kriterien, die man als Anleger an Nachhaltigkeit stellt, spielen eine Rolle. Zertifikate, Siegel und Ratings nehmen einem die Entscheidung nicht ab, ob man nun z.B. in Greenbonds, in ETFs oder in einen Mikrofinanzfonds investiert. 

 

Nachhaltige Geldanlagen schneiden oftmals besser ab als konventionelle Anlagen und seit dem Börseneinbruch im Gefolge der Corona-Krise im Frühjahr 2020 haben sich aktive nachhaltige Investmentfonds zum Teil deutlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt. Wer die Welt und gleichzeitig seine finanzielle Situation verbessern oder absichern möchte, ist deshalb gut beraten, wenn er/sie sich näher mit nachhaltigen Anlageoptionen auseinandersetzt. 

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.



Falsche Fragen und zu viel Globalität – Wie kommen wir heraus aus der umweltpolitischen Komfortzone?

Am 16.12.2021 um 19 Uhr in der stratum lounge

Frank Uekötter  „ist ein deutscher Umwelt-, Technik-, Wissenschafts- und Landwirtschaftshistoriker“, sagt uns Wikipedia. Was Wikipedia nicht verrät, ist, dass es sich bei ihm im einen Akademiker handelt, „der sich immer mal wieder zwischen alle Stühle setzt“, wie er von sich selbst sagt. Was er u.a. seit 2017 als umweltpolitischer Kolumnist des FOCUS-Magazins unter Beweis stellt. Aus dieser publizistischen Tätigkeit heraus ist sein jüngstes Buch „Einfach war gestern. Über Umweltpolitik in unruhigen Zeiten“ entstanden.

 

In neun Kapiteln und einem Nachwort belegt er darin, „wie deutsch unser Umweltdenken nach wie vor ist“, was heißen will: Wie sehr es von einem nicht selten verzerrten Blick auf Probleme wie Plastiktüten, Waldbrände, Glyphosat und Gentechnik bestimmt wird. An konkreten Beispielen weist er nach, dass zu viel „Globalität“ und „visionäre Blaupausen“ in der Umweltdebatte der Sache nicht gerecht werden. Und er führt vor, wie es aussieht, wenn man aus der intellektuellen „Komfortzone“ heraustritt und zu Einsichten kommt wie der, dass

  • nicht der Krebsverdacht gegen Glyphosat das Problematische an dem Pestizid ist
  • Konsumenten sich im Supermarkt vom Etikett „ohne Gentechnik“ ungerechtfertigt beruhigen lassen
  • es beim Klimawandel gar nicht um die Frage geht, ob man der Wissenschaft folgen sollte oder nicht.

Mit Verve fordert Uekötter, der  geisteswissenschaftliche Umweltforschung an der Universität Birmingham lehrt, eine „neue Generation umweltpolitischer Macher“, die der sedierten politischen Kultur und der „Verhandlungsdemokratie“ in unserem Land etwas entgegenzusetzen haben und „weniger über Bewusstsein reden und mehr über konkrete Ziele und Mittel“. 

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.



Frei Day for Future – Wie Schule die Welt verändern könnte

Am 26.01.2022 um 19 Uhr in der stratum lounge

Dass Schülerinnen und Schüler streiken müssen, um sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu engagieren, findet Margret Rasfeld absurd. Denn „sie tun, was sie eigentlich in der Schule lernen sollten“, meint die frühere Chemie- und Biologielehrerin, Schulleiterin und Begründerin einer schulreformatorischen Bewegung, die sich „Schule im Aufbruch“ nennt.

 

Warum findet Friday for Future aber nicht in der Schule statt, sondern auf der Straße? Auch die seit langem in der Bildungsszene herumgeisternde „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat ja anscheinend die Schulen nicht zu einem Ort des Nachhaltigkeitslernens gemacht. 

 

In ihrem Buch „FREI DAY – Die Welt verändern lernen!“ gibt Margret Rasfeld eine Antwort auf diese Frage. Eine Antwort, die nicht theoretisch ist, sondern auf ihren eigenen Erfahrungen beruht, die sie vor allem als Schulleiterin in Berlin gemacht hat. An der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ) konnte sie umsetzen, was Schule heute eigentlich überall sein müsste – ein Ort, an dem Lernen nicht „darauf reduziert wird, Dinge von der Tafel abzuschreiben oder Arbeitsblätter auszufüllen“. Am ESBZ wurden erfolgreiche neue Formen des Lernens erprobt, die die Selbstständigkeit, den Wirklichkeitsbezug und die Sinnhaftigkeit in den Vordergrund stellen:

  • Beim Projekt „Verantwortung“ übernehmen alle Jugendlichen in den Klassen sieben und acht für ein Jahr oder länger eine selbstgewählte soziale oder ökologische Aufgabe mit echter Verantwortung.
  • Mit den „Lernbüros“ können sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge sieben bis neun jeden Morgen selbst entscheiden, was sie lernen wollen: Mathe, Englisch, Deutsch oder Natur & Gesellschaft (dazu gehören die Themenbereiche Geografie, Geschichte, Sozialkunde). Für jedes dieser Fächer gibt es einen Raum.
  • Das Projekt „Herausforderungen“ bedeutet, dass die jungen Leute der Jahrgänge acht, neun und zehn zu Beginn des Schuljahres drei Wochen Zeit bekommen, um hinaus in die Welt zu gehen und eine Herausforderung zu meistern, die sie sich selbst ausgesucht und eigenständig vorbereitet haben. 150 Euro haben sie pro Person, um für Unterkunft, Fahrtkosten und Verpflegung zu bezahlen.

Wenn unsere Schulen die Kinder und Jugendlichen wirklich auf die Zukunft vorbereiten sollen, ist Margret Rasfeld überzeugt, dann muss ein neues Lernformat geschaffen werden, das solche Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten allen Schülerinnen und Schülern (und auch den Lehrkräften) überall und kontinuierlich ermöglicht. Bei dem von ihr vorgeschlagenen FREI DAY handelt es sich „um mindestens vier Stunden pro Woche, die in der Kernunterrichtszeit stattfinden, damit das Format strukturell verankert ist“. Der FREI DAY müsste außerdem für alle Jahrgänge eingeführt werden, um jahrgangsübergreifende Teams und längerfristige Projekte möglich zu machen.

 

Die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat bislang keine spezifische, nachhaltige Kompetenzen vermittelnde Didaktik und Methodik hervorgebracht. Mit dem FREI DAY liegt erstmals ein erprobtes Konzept vor, das unsere Schulen tatsächlich zu einem zukunftsfähigen Ort machen könnte. 

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.



Wie nachhaltig ist resilient? Oder: Taugt das Resilienz-Konzept für die gesellschaftspolitische Diskussion?

Am 03.02.2022 um 19 Uhr in der stratum lounge

Resilienz ist in der Psychologie ursprünglich als Persönlichkeitseigenschaft von Kindern und Jugendlichen beschrieben worden, die unter schädlichen Umfeldbedingungen weniger litten und traumatisiert wurden als andere. In der Folge wurden psychologische Programme entwickelt, um entsprechende Eigenschaften und Verhaltensweisen gezielt zu fördern. Längst ist das Konzept in die allgemeine psychologische Lebensberatung eingewandert und hat eine Flut von Ratgeber-Literatur und Trainingsprogrammen ausgelöst. So weit ist die Karriere des Resilienz-Konzepts sachlich nachvollziehbar. Aber wieso ist „Resilienz inzwischen zu einer machtvollen Leitorientierung“ in der gesellschaftspolitischen Sphäre geworden, die sogar das Zauberwort „Nachhaltigkeit“ ablöst? Die Soziologinnen Karina Becker und Stefanie Graefe untersuchen diese Frage in dem von ihnen herausgegebenen Band 4 aus der Bibliothek der Alternativen (oekom verlag) unter dem Titel „Mit Resilienz durch die Krise?“

 

Stefanie Graefe zeigt auf, wo der Paradigmenwechsel von „Nachhaltigkeit“ zu „Resilienz“ stattfindet – von der Arbeitswelt bis zur Entwicklungszusammenarbeit – und diskutiert die Frage, ob Resilienz nicht dazu beiträgt, bestehende Verhältnisse zu zementieren. Oder ist es gar nicht sinnvoll, das Resilienz-Konzept aus der Sphäre der Individualpsychologie in die der Gesellschaftspolitik zu holen?

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.



Es gibt ein Genug – Warum Reichtum nicht die Welt zerstören muss

Am 09.02.2022 um 19 Uhr in der stratum lounge

Schon vor über 40.000 Jahren konnten die Menschen mit Feuer umgehen. Da wundert es einen schon, dass der technologische Fortschritt nicht schon viel früher eingesetzt hat und schneller vorangeschritten ist. „Was haben die Menschen denn die ganze Zeit gemacht?“, zitiert der Ethnologe Dieter Kramer seine Frau. Tatsächlich waren die Menschen dieser „Vorzeit“ uns darin überlegen, einen nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln. Sie zeigen uns, dass auch große menschliche Gemeinschaften mit Wohlstand und Fülle des Reichtums dauerhaft umgehen konnten, ohne zerstörerisch zu wirken. In den teilsesshaften Wohlstandsgesellschaften des Neolithikums gab es keinen Zwang zum ständigen Fortschritt. Sie hatten offenbar ein Problem gelöst, vor dem wir heute stehen.


Unter weitreichender historischer Perspektive beleuchtet Dieter Kramer in seinem Buch „Es gibt ein Genug“ die Entwicklung menschlicher Gesellschaften und das Entstehen und Verschwinden der Kulturen. Diese Perspektive lehrt uns, dass es unstatthaft ist, frühere Geschichtsphasen nur als vormoderne Stufen auf dem Weg zur heutigen Moderne zu interpretieren. Andere Kulturen und Phasen der Geschichte hatten bereits Lösungen für die Nachhaltigkeit gefunden – in der Bronzezeit ebenso wie in der Renaissance. Kramer zeigt auf, was wir daraus für den Übergang zur Postwachstumsgesellschaft lernen könnten, vor dem wir heute stehen.


Dabei spielt der „informelle Sektor“ in den Volkwirtschaften eine große Rolle. Er ist bedeutsamer als die heutige Wirtschaftspolitik annimmt, für die es fast ein Tabu darstellt, dass Menschen freiwillig in diesem Sektor bleiben und ihn nicht nur als Warteschleife für den formellen Sektor betrachten.


Am 9. Februar präsentiert Dieter Kramer sein „unkonventionelles“ Buch, das einen neuen Blick auf die aktuelle Postwachstumsdebatte wirft und eher undramatisch in den Suchbewegungen, experimentellen Pfaden und molekularen Wandlungen unserer heutigen Gesellschaft die Vorboten eines neuen nachhaltigen Zeitalters aufspürt.

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.



Nach Corona zurück ins 19. Jahrhundert? Welche Lehren wir leider nicht ziehen

Am 24.03.2022 um 19 Uhr in der stratum lounge

Die Coronavirus-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie verletzlich unsere Zivilisation ist. Normalerweise leben wir im Gefühl großer Sicherheit und vertrauen auf die Stabilität unserer Lebensverhältnisse. Dass ein Virus das öffentliche Leben fast zum Stillstand bringen kann, ist für uns eine neue Erfahrung. Dass wir so schnell als möglich zum früheren Zustand zurückkehren wollen, ist verständlich. Für den Tierarzt Rupert Ebner liegt darin jedoch ein Problem. Denn Corona müsse uns aufrütteln, schreiben Ebner und die Ko-Autorin Eva Rosenkranz in ihrem Buch über die Risiken des Antibiotika-Einsatzes in der Massentierhaltung

 

Ebner, der eine Praxis als Veterinär hat und Umwelt- und Gesundheitsreferent im bayerischen Ingolstadt war, konfrontiert uns mit dem Risiko, in ein „postantibiotisches“ Zeitalter zu schlittern, in dem Menschen wieder an Zahnentzündungen oder Blasenentzündungen sterben werden, weil die vermeintliche Wunderwaffe „Antibiotika“ stumpf geworden ist. Den Grund dafür sieht er in der Entwicklung von Resistenzen, die bakterielle Angreifer unempfindlich gegen Penicillin & Co. machen könnten – und zwar „innerhalb weniger Jahrzehnte“. Die Ursachen sind vielschichtig, aber letztendlich liegen sie in einem Systemproblem unserer Gesundheits- und Lebensmittelwirtschaft und in einer immer dichter besiedelten und mobilen Welt. Was tun?

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.



5 vor 12 – Haben wir noch Zeit für Nachhaltigkeit?

Am 10.05.2022 um 19 Uhr in der stratum lounge

Die „Es ist 5 vor 12“-Metaphorik gehört zu den Argumentationsfiguren der Umweltbewegung seit ihren Anfängen. Seit Greta Thunberg definiert außerdem die Generationen-Metapher, die im Brundtland-Report den Beginn des Nachhaltigkeits-Topos markierte, eine neue Qualität der Auseinandersetzung, die die  (lebens-)zeitliche Dimension von Nachhaltigkeit benutzt, um moralischen Nachdruck zu entfalten.

 

Jürgen P. Rinderspacher geht in seinem Buch „Beeilt euch!“ der zeitlichen Dimension von Klimawandel und Nachhaltigkeit auf den Grund. Er analysiert u.a. die Vorstellungen, die mit der Idee von „Kipppunkten“ verbunden sind, und beleuchtet kritisch die Idee, man könne Umweltverbrauch durch mehr „Zeitkonsum“ reduzieren.

 

Das Spannende daran ist, dass Rinderspacher nicht als Idealist an die Aufgabe herangeht. „5 vor 12“ erzeuge möglicherweise mehr Panik als Handlungsbereitschaft, stellt er kritisch fest. Unsere Vorstellungen von einer notwendigen großen sozialökologischen Transformation ignorierten, dass die Umweltproblematik andernorts auf dieser Welt auch ganz anders wahrgenommen werde und mit anderen Lebensrealitäten verbunden sei als bei uns. Wir leben also möglicherweise gar nicht in einer gleichzeitigen Welt...

 

Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler beobachtet „eine gefährliche Asynchronität zwischen dem politischen System eines westlich-liberalen Parlamentarismus auf der einen Seite und dem Erfordernis einer raschen Reaktion auf die Bedrohung durch den Klimawandel und andere Formen der Umweltzerstörung auf der anderen Seite“, die dazu führe, dass die Politik zu langsam auf diese Herausforderungen reagiere. Längst gebe es auch einen weltweiten Wettbewerb um ökologische Effizienz, bei dem totalitäre und autokratische Systeme möglicherweise einen Vorsprung bekommen, weil sie weniger Rücksicht auf ihre Zivilgesellschaften nehmen müssten.

 

Wobei die große Frage ist, ob Effizienzgewinne tatsächlich der Umwelt zugutekommen oder nicht durch Rebound-Effekte kompensiert werden. Auch die Zeitgewinne, die uns der Fortschritt bringt, verwenden wir ja nicht, um müßig aus dem Fenster zu schauen, sondern wir setzen sie dazu ein, ständig das eigene Lebensniveau zu steigern.

 

Trotz solcher eher skeptischer Beobachtungen gibt Rinderspacher im letzten Teil seines Buches dem Versuch sehr viel Raum, das Konzept eines „persönlichen Umweltkontos“ zu entwerfen, das zeitliche Investitionen in einen entschleunigten und ressourcenärmeren Lebensstil unterstützen und „eine tiefgreifende Wirkung auf die Struktur der persönlichen Zeitverwendung“ entfalten könnte.

 

Wir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl.

Sie können auch

per Livestream dabei

sein. Wir verschicken den Link kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer/innen.