Wir tauschen uns gerne aus.

In der stratum lounge finden regelmäßig Lesungen, Diskussionsrunden, Netzwerktreffen und sonstige Veranstaltungen statt - zu Themen, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Informieren Sie sich hier und kommen Sie uns besuchen!




Gibt es einen grünen Kapitalismus? ... Das Ende der imperialen Lebensweise

Am 25.10.2017 um 19 Uhr in der stratum lounge

Irgendwie im Unterbewusstsein der meisten von uns treibt sich die Ahnung herum, dass unser Leben im Wohlstand durch das Elend in anderen Teilen der Welt erkauft ist. Oder es da zumindest einen Zusammenhang gibt. Die allgemeine akute Hilflosigkeit gegenüber dem Flüchtlingsthema scheint ein Indiz dafür zu sein.

 

Eine Zeitlang sah es in den letzten zwanzig Jahren so aus, als ob die ökologische Modernisierung unseres industriellen Systems und die fortschreitende Diskussion über Nachhaltigkeit einen Ausweg weisen könnten. Über diese Hoffnung legt sich jetzt ein Schatten.

 

Zwei Wissenschaftler, Ulrich Brand und Markus Wissen, erinnern uns daran, dass unsere „imperiale Lebensweise“ vielleicht doch unlösbar mit unserem Wirtschaftssystem verbunden ist und ein „grüner“ Kapitalismus die zugrundeliegenden Ausbeutungsverhältnisse nicht aufheben kann.

 

In ihrem Buch zeichnen sie die historisch-ökonomische Entwicklung vom Kolonialismus und Frühkapitalismus über den Liberalismus des 19. Jahrhunderts und den anschließenden Fordismus bis hin zur heutigen Globalisierung nach. Im Versuch der ökologischen Modernisierung des Kapitalismus erkennen sie eine Denkfigur, die die Ersetzung von Naturkapital durch einen steigenden Kapitalstock für möglich hält und bezweifeln, dass es funktionieren kann, wenn Emissionen an einem Ort durch Aufforstungsmaßnahmen an einem anderen Ort kompensiert werden sollen. Der Mensch, der mit seinem SUV zum Einkauf auf den Biobauernhof fährt, wird für Ulrich Brand und Markus Wissen zur Metapher dieses Widersinns.

 

Als Ausweg skizzieren sie am Ende des Buches das Entstehen einer „solidarischen Lebensweise“, die sich heute unspektakulär daranmacht, den Geburtsfehler der modernen Ökonomie heilen zu wollen. Diskutieren Sie darüber mit den Autoren bei unserer Buchvorstellung am 25. Oktober!

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Klimaschutz für Dummies - Das müsste auch Donald Trump verstehen

Am 22.11.2017 um 19 Uhr in der stratum lounge

Eine Woche nach der UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn berichten uns die beiden Wissenschaftler den neuesten Stand der Auseinandersetzung um den Klimawandel.

 

Anja Paumen und Jan-Heiner Küpper haben sich mit ihrem (auf Deutsch erschienenen) Buch „It’s the Planet, Stupid!“ um eine ebenso wissenschaftlich genaue wie allgemein verständliche und alltagsnahe Erklärung des Klimaproblems verdient gemacht. Wir sind uns sicher: So würde es auch Donald Trump verstehen!

 

„It’s the Planet, Stupid!“ basiert auf sieben Experteninterviews, wobei die Interviewer darauf geachtet haben, dass sieben ganz verschiedene Experten zum Zuge kommen. Zwei Naturwissenschaftler, zwei Wirtschaftsexperten, ein Sozialwissenschaftler, ein Mediziner und ein Künstler durften Paumen und Küpper Rede und Antwort stehen. In einem abschließenden Kapitel versuchen die Autoren dann eine Zusammenfassung, um endlich zu siebenkonkreten Handlungsempfehlungen zu kommen, die den Klimawandel nicht nur als Umweltbedrohung ansehen – sondern als „die größte Chance der Menschheit“, einen entscheidenden weiteren Schritt in der Entwicklung unserer Zivilisation zu tun.

 

Im Mittelpunkt der Argumentation steht die Erhöhung der Ressourceneffizienz und eine intelligente Verteuerung der Treibhausgas-Emissionen. Aus Verknappung, nicht aus Überfluss, so die Autoren, seien die Innovationen entstanden, die die Menschheit nach vorne gebracht haben: „Durch eine Verknappungssituation kann sich eine Gesellschaft neu erfinden, wenn sie flexibel ist.“

 

Die Biologin und Wissenschaftsjournalistin Anja Paumen und der Zellbiologe und Krebsforscher Jan-Heiner Küpper stellen ihre Thesen am 22. November in der stratum lounge zur Diskussion.

  

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Schmutzige Wäsche – Was tun Konsumenten wirklich für ethisch saubere Textilien?

Am 15.03.2018 um 19 Uhr in der stratum lounge

Die Textilindustrie gehört weltweit zu den größten Branchen – und zu den „schmutzigsten“. Über 90 Millionen Tonnen Textilfasern werden jährlich produziert. Der Umsatz im deutschen Einzelhandel für Textilien und Bekleidung lag in Deutschland 2016 bei 64 Milliarden Euro. Die Schattenseiten sind ebenfalls immens: angefangen vom Pestizideinsatz beim Baumwollanbau bis hin zu katastrophalen Arbeitsbedingungen in asiatischen Textilfabriken, Kinderarbeit und Ausbeutung von Flüchtlingen zum Beispiel in der Türkei. Erst im Juni dieses Jahres drohte der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller der Textilbranche Sanktionen an, wenn sie nicht für faire Arbeitsbedingungen sorgen. Müller war es auch, der 2014 das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ ins Leben rief. Mehr als die Hälfte der Firmen und Verbände, die Müller für seinen Pakt damals gewinnen wollten, hatten es abgelehnt, sich dem Bündnis anzuschließen. Sie begründeten dies damit, dass sie nicht jeden Produktionsschritt bei ihren Lieferanten und Subunternehmern im Ausland komplett überwachen könnten. Dennoch gibt es einige Unternehmen und Modemarken, die sich für „saubere Wäsche“ einsetzen und Textilsiegel verwenden, die für umweltschonende und faire Produktion stehen.

Aber honorieren die Verbraucher ein Engagement der Textilproduzenten überhaupt? Nicole Franken hat in einer Studie 500 Frauen befragt und Interviews mit einem halben Dutzend Experten geführt, darunter dem „Trigema“-Chef Wolfgang Grupp.

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Zu einem großen Teil scheinen die Antworten der Textilkonsumentinnen von sozialer Erwünschtheit geprägt. Bekenntnisse zur Nachhaltigkeit auf dem Fragebogen scheinen mit dem realen Wissen über nachhaltige Bekleidung und mit dem Kaufverhalten nicht allzu viel zu tun zu haben. Die Bemühungen der Textilindustrie, ihre „Corporate Responsibility“ (CR) unter Beweis zu stellen, fallen offenbar bei den Konsumenten auf wenig fruchtbaren Boden. Verglichen mit den Einschätzungen der interviewten Experten ergeben sich diskussionswürdige Unterschiede bei der Frage, wie sehr sich die CR-Kommunikation der Unternehmen auf altruistische Motive bei den Konsumenten stützen kann.
  

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